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Neumünster,
04.10.2008. Mit einer Protestversammlung und ausgiebiger Feier
bis in die frühen Morgenstunden wurde das 12jährige Bestehen
des "Club 88" in Neumünster begangen. Schätzungsweise
130-140 Kameradinnen und Kameraden befanden sich im Schnitt durchgehend
vor Ort und pendelten zwischen Feier im Club und der Versammlung, die
aufgrund einer Auflagenschikane nicht direkt vor der Gaststätte,
sondern rund 80 Meter weiter vor dem Altbau der Gadelander Schule stattfinden
durfte. Wie viele Gäste nur zeitweilig den Club besuchten, nicht
aber zur Versammlung kamen, ist nicht erfasst. Antifaschos ließen
sich den ganzen Abend überhaupt nicht vor Ort blicken. Lediglich
ein allseits bekanntes Fotografenpärchen versteckte sich hinter den
Bullen, um rasch ein paar Bilder zu knipsen.
Anfang
der Woche kündigte das Ordnungsamt der Stadt Neumünster ein
Verbot der angemeldeten Feier im Club 88 an. Daraufhin meldete das Club-Team
die Protestversammlung unter dem Motto "Schluß mit der Repression
gegen den Club 88! 12 Jahre Club – 12 Jahre Solidarität!"
an. Die Stadt sah dann von einem Verbot der Feier ab, weil klar war, dass
dies rechtlich keinen Bestand und auch keinen Sinn gehabt hätte.
Es wurde jedoch die Auflage verhängt, dass sich nur maximal 80 Personen
im Club aufhalten dürfen und eine Ausweitung der Feier auf den Hinterhof
– wie bislang üblich – untersagt ist. Die angemeldete
Protestversammlung, die von der Stadt zähneknirschend ohne Verbotsversuch
hingenommen wurde, erfüllte also plangemäß zwei Dinge:
Erstens konnte öffentlich gegen die Repression protestiert werden
und Zweitens diente die Versammlung allen Kameraden, die aufgrund der
ordnungsamtlichen Auflage (Überfüllung) nicht mehr in den Club
hineingelassen werden durften, als Möglichkeit, sich legal in der
Nähe des Clubs versammeln zu können, ohne wie im Vorjahr von
der Polizei mit Platzverweisen vertrieben zu werden. Natürlich wurde
auch die Versammlung nicht von Auflagen verschont, die grossteils eindeutig
rechtswidrig waren, aber
gegen die in der Kürze der Zeit nicht mehr gerichtlich vorgegangen
werden konnte. Lediglich die Auflage, die das Verwenden der Wortfolge
"Nationaler Widerstand" untersagte, wurde zurückgenommen,
nachdem auf den entsprechenden Beschluß des Bundesverfassungsgerichts
hingewiesen worden war.
Aufgrund
der bekannten Verzögerungstaktik der Polizei bei der Zulassung von
Ordnern begann die Versammlung erst gegen 18.30 Uhr. Das war aber auch
völlig ausreichend, da viele Gäste erst jetzt eintrafen. Nach
kurzer Begrüßung und dem pflichtgemäßen Verlesen
des Auflagenbescheides wurde die Versammlung mit dem Abspielen lauter
Musik über den Abend hin fortgesetzt. Kurz vor 21 Uhr untersagte
die Polizei plötzlich den weiteren Betrieb der Lautsprecheranlage,
weil es angeblich zu mehreren Auflagenverstößen gekommen sei,
da die Anlage erst ab 50 Personen benutzt werden durfte und durch das
Pendeln der Kameraden zwischen Club und Versammlung die Teilnehmerzahl
natürlich nicht konstant bei über 49 blieb. Anzumerken ist,
dass diese Auflage ohnehin rechtswidrig ist, weil bereits mehrere Gerichte
festgestellt haben, dass eine Lautsprecheranlage auch bei weniger als
50 Personen benutzt werden darf (OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschluß
vom 13.07.2001, Az. 3 M 65/01 und VG Schleswig, Urteil vom 25.09.2001,
Az. 3 A 362/00 und VG Chemnitz, Beschluß vom 12.09.2002, Az. 2 K
1551/02). Nach dem zwangsweisen Abstellen der Lautsprecheranlage
wurden polizeiliche Durchsagen lautstark mit der Parole "frei, sozial
und national" übertönt. Die Versammlungsleitung weigerte
sich, ohne Lautsprecheranlage die Versammlung zur vereinbarten Zeit um
22 Uhr für beendet zu erklären, so dass die Polizei dies tun
musste.
Im
Club lief die Feier auf Hochtouren, die Gaststätte war entsprechend
den Bestimmungen voll ausgelastet. Nach Ende der Protestversammlung machten
sich dann viele Kameraden auf den Weg in die Innenstadt zur Kneipe "Titanic",
wo noch ein zusätzlicher Liederabend geplant war. Die "Titanic"
ist ein Lokal in der Nähe des Hauptbahnhofes und vor allem nur wenige
Meter vom linken Zentrum "AJZ" entfernt, wo sich das Antifa-Gesindel
an diesem Abend zu ein paar "Beats" gegen den Club 88 zusammengerottet
hatte. Wenn die Linken schon nicht zum Club kommen wollen, dann muss es
eben umgekehrt laufen. Der Liederabend in der "Titanic" dürfte
wohl locker bis rüber zum "AJZ" zu hören gewesen sein,
aber Reaktionen der Gegenseite blieben aus. Hatten wohl keine Lust, sich
ein paar zusätzliche Beats abzuholen. Und als das "AJZ"
schon längst geschlossen hatte, war die "Titanic" immer
noch brechend voll mit Kameraden. Der harte Kern der Feiernden ist dann
wieder zurück zum Club 88 gefahren und hat noch bis morgens um 6
Uhr ungestört weitergefeiert. Selbst die Bullen haben vorzeitig schlapp
gemacht und das Ende des 12.Club-Geburtstages nicht mehr miterlebt.
12
Jahre Club - 12 Jahre Solidarität! Hinein ins 13. Jahr...!
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