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Es
einigen Deutschen "heimzuzahlen" sei gut zu verstehen...
Bad
Nenndorf, 29.10.2008. Die Relativierung und Verharmlosung alliierter
Verbrechen in der "verbotenen Stadt" Bad Nenndorf geht wider
besseren Wissens weiter. Am 29.10.2008 fand eine Vortragsveranstaltung
des gutmenschelnden Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt statt braun"
statt, die sich inhaltlich mit den Verbrechen im Wincklerbad von 1945-1947
beschäftigte. Die Wahrheit blieb mal wieder auf der Strecke, interessant
war der Besuch für regionale freie Kräfte dennoch.
Das
unter Schirmherrschaft
des DGB stehende und in den Händen der jüdischen Gemeinde liegende
Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt statt braun" hatte alle
interessierten Bürger geladen, mit Ausnahme der "Rechten".
Schließlich entspricht es dem guten demokratischen Ton, mit kriminellen
linken Krawalltouristen zu paktieren, da man von denen keine kritischen
Äußerungen zu befürchten hat, aber jene auszuschließen,
die das Thema überhaupt erst angemessen öffentlich angeschoben
haben.
Da
wir aber einer solchen Aufforderung nicht nachkommen können, weil
es unsere Pflicht und unser Recht ist, überall dort zu sein wo Presse,
System und / oder Rotfaschisten ihre Lügen und Geschichtsfälschungen
unterhalten, waren selbstverständlich auch wir mit von der Partie
an jenem Abend in Bad Nenndorf.
Es
waren ca. 100 Zuhörer, gestellt von Antirechtsinitiativen und einigen
Bad Nenndorfern, vor Ort. Als Referent fungierte Guido Scholl, der einige
der bis jetzt bekannten Tatsachen zusammenfasste und aus seiner Sicht
darstellte. Selbstverständlich war auch die Behörde für
Staatssicherheit - sprich der hiesige Staatsschutz - vor Ort, um Nationalisten
daran zu hindern, ihren Teil zur Wahrheitsfindung beizutragen und späteren
Repressionen und Schikanen auszusetzen. Was allerdings mal wieder nicht
fruchtete.
Guido
Scholl räumte in seinem Vortrag teilweise die von uns bereits mehrfach
erläuterten Folterungen des britischen Geheimdienstes ein. Nach Wortmeldungen
von Besuchern, darunter Zeitzeugen, die das Leid miterlebten, räumte
Scholl weitere Greueltaten der Briten im Wincklerbad ein.
Scholl berichtete von Einzelhaft und auch Dunkelhaft, von Schlafentzug
und Nahrungsmangel für die Gefangenen sowie davon, dass die Inhaftierten
in Ketten gelegt wurden, ihnen keine geregelten Ruhephasen zugestanden
wurden und sie mit unzureichender und unbequemer Kleidung ausgestattet
waren. Die Misshandelten waren gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten.
Sie hatten oft keinen Strom und nie beheizte Zellen. Ebenso kein warmes
Wasser. Dafür wurden die Inhaftierten oft eiskalt abgeduscht. Mehrere
der gequälten Häftlinge mussten in knöchelhohem Eiswasser
stehen bis ihnen die Zehen abfroren. Andere wurden verbrüht, mit
Zigaretten verbrannt und einige zum Teil unter Einsatz von Waffen zu Krüppeln
geschlagen. Es wurde gedroht, auch die Angehörigen einzukerkern und
zu foltern. Scheintodesurteile wurden ausgesprochen.
Anschließend
führte Scholl aus, dass es im besetzten Deutschland mehrere Internierungslager
gab mit insgesamt schätzungsweise 300.000 bis 500.000 inhaftierten
Deutschen. Auf Nachfrage eines durchaus kritischen Anwesenden gab der
Herr Journalist dann zu, daß es bei dieser Menge an Eingekerkerten
auch Unschuldige gab. Das bliebe dabei nicht aus. Aber er stellte für
sich ganz klar heraus, dass Bad Nenndorf kein Internierungslager, sondern
eben das einzige (...) sogenannte "Verhörlager" im britischen
Bereich war. Und dass eben in allen anderen Lagern auch nicht gefoltert
wurde. Diese Ehre wurde eben nur den in Bad Nenndorf internierten 400
vermeintlichen Nationalsozialisten zu teil.
Danach
stellten der Referent und einige der Organisatoren der Veranstaltung klar,
das es zwischen 1945-1947 eben andere Zeiten waren. Es wäre ja Krieg
gewesen (1947 ??) und das wäre ja wohl, ebenso wie alle Toten dieses
Krieges, Deutschlands alleinige Schuld. Und was sind dagegen schon ein
paar unschuldig Inhaftierte und zur "Entnazifizierung" misshandelte
Deutsche? Die Deutschen hätten abscheuliche Verbrechen begangen,
sie haben laut Scholl "Tod und Verderben gebracht", die Alliierten
hingegen die Freiheit. Und dass es einigen Deutschen "heimgezahlt"
wurde, wäre da nur zu gut zu verstehen.
Wenigstens
hatte Referent Scholl danach großherzig erklärt, dass Folter
und Krieg an sich natürlich absolut zu verteufeln seien und für
ihn keine zu akzeptierenden politischen Mittel darstellen würden.
Aber es wurde auch wieder einmal betont, dass wir doch alle unheimlich
dankbar für die Demokratie der Alliierten sein müssen. Für
all die tollen Grundrechte in der BRD, wie z.B. Meinungsfreiheit. Für
die großartige Einigkeit und Brüderlichkeit, die uns der große
Bruder lehrte. Und nach all dem Verneigen und Kriechen vor den Besatzern
und ihrer Nachkriegsordnung war sich gut die Hälfte der Zuschauer
einig darüber, dass man den braunen Spuk in Bad Nenndorf schnellstmöglich
beenden müsse. Allerdings waren sie sich auch schon vorher darüber
einig. Schließlich
gehe es uns, den nationalen Sozialisten, hier angeblich nicht um das Gedenken
an die Opfer von Folter im Namen der Freiheit, Brüderlichkeit und
Gleichheit, sondern lediglich um einen Propagandaschachzug.
Zum
Ende der Veranstaltung regten sich einige Besucher über den Grundtenor
der Veranstaltung auf. Natürlich nicht darüber, dass man versuchte,
unmenschliche Greueltaten zu relativieren und zu entschuldigen. Nein,
sondern darüber, dass man es wagte, Folterungen zuzugeben. Dass man
nicht alles dementierte, was diese bösen Nazis auf ihren Trauermärschen,
Kundgebungen und Mahnwachen behaupten. Allein das zeigt auf, wessen Geistes
Kinder hier zumindest zur Hälfte teilnahmen. Bei diesen Ausführungen
wird klar, warum gerade wir von solchen Veranstaltungen ausgeschlossen
werden sollen. Denn dieser, angeblich auf aktuellsten Erkenntnissen beruhende,
Vortrag wirft doch so einige Fragen auf:
Warum
werden weiterhin all die Toten des Wincklerbades verschwiegen?
Warum
wird behauptet, es wären "nur" vermeintliche Nationalsozialisten
interniert, wo doch sogar der englische "Guardian" von Wirtschaftshäftlingen
berichtete?
Weshalb
werden nicht alle bekannten und bestätigten Foltermethoden aufgezeigt?
Warum
sind deutsche Opfer weniger wert als andere?
Warum
werden überall Mahn- und Denkmale für Opfer allermöglichen
Volks- und Minderheitenangehörigen errichtet, aber nicht für
die eigenen vor, während und nach dem Kriege gezielt gequälten
und / oder getöteten deutschen Zivilisten ?
Warum
wird nicht erzählt, auf welche Weise die Besatzer das Wincklerbad
und das dazugehörige Umland "requirierten"?
Weshalb
werden weitere Täter nicht benannt?
Warum
werden weitere folternden Gruppen und Organisationen verschwiegen?
Warum
werden bewiesene Aussagen dazu als "Halbwahrheiten" angezweifelt?
Warum
wird den Toten und anderen Opfern oder ihren Angehörigen und Hinterbliebenen
nicht endlich Gerechtigkeit zuteil? ...
Diese
Liste liesse sich noch viel weiter ausführen - und alle diese Fragen
lassen sich auch beantworten. Wir sind diese Antworten nicht schuldig.
Wir haben sie bereits gegeben bzw. angeführt. Und wir werden dies
auch weiterhin tun. Und es läßt tief blicken, dass es von offizieller
Seite eben nicht getan wird.
Unser
Fazit: Auch diese Veranstaltung ist ein Erfolg unserer unerschütterlichen
Arbeit. Selbstverständlich sind wir nicht zufrieden damit, daß
auch hier wieder relativiert wurde, Tatsachen beschönigt oder verheimlicht
wurden, Deutsche zu Opfern zweiter Klasse degradiert wurden. Auch die
Beweihräucherung der "allheilsbringenden" Besatzer aus
West und Ost sehen wir sehr viel differenzierter und kritischer. Allerdings
steht außer Frage, dass diese Veranstaltung ohne unser Bestreben,
die Lügen dieses Systems und der "Befreier" aufzudecken,
niemals stattgefunden hätte. Bad Nenndorf, die "verbotene Stadt",
wie sie damals in der britischen Besatzungszone genannt wurde, ist den
Herrschenden, den Machtgebern und -stützern, ebenso wie den Antifaschisten
und ihren Auswüchsen ein gewaltiger Dorn im Auge. Entgegen der Behauptung
der Schaumburger Zeitung, es würde seit Jahren ein Ausschuss zur
Vergangenheitsbewältigung des Wincklerbades bestehen, so sieht man
sich erst seit unserem diesjährigen Trauermarsch gezwungen, sich
tatsächlich mit der eigenen Vergangenheit zu beschäftigen und
Deutsche nicht nur als Täter, sondern auch als Opfer, wenn auch zweiter
Klasse, darzustellen.
Es
ist die Zeit angebrochen, endlich aufzustehen. Endlich Schluss zu machen
mit dem ewigen Gefasel von der humanen und gerechten "Befreiung".
Deutsche wurden gefoltert. Deutsche wurden gemordet. Deutsche haben heute
das Recht und die Pflicht, endlich die Wahrheit zu sagen und einzufordern.
Durch unsere Arbeit mit der Bevölkerung haben wir erfahren, dass
die meisten Bad Nenndorfer, gerade älteren Jahrgangs, von den Unmenschlichkeiten
wussten. Sie schwiegen Jahrzehnte, da sie Angst hatten. Angst vor den
"Befreiern". Angst davor, ihr demokratisches Grundrecht auf
Meinungsfreiheit zu nutzen. Angst, eben genau dafür eingesperrt zu
werden und wie so viele vor ihnen die Freiheit oder mehr zu verlieren.
WIR
haben ihnen und vor allem den Opfern endlich eine Stimme und ein Gesicht
gegeben. Und wir werden nicht Ruhen und nicht Verdrängen und auch
nicht Vergessen!
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