Bad Nenndorf | Wieder keine Wahrheit:
Verharmlosung und Hetze beim linken Informationsabend zum britischen Folterlager

veröffentlicht am: 05.11.2008
Verfasser: regionale freie Kräfte

 

Es einigen Deutschen "heimzuzahlen" sei gut zu verstehen...


Bad Nenndorf, 29.10.2008. Die Relativierung und Verharmlosung alliierter Verbrechen in der "verbotenen Stadt" Bad Nenndorf geht wider besseren Wissens weiter. Am 29.10.2008 fand eine Vortragsveranstaltung des gutmenschelnden Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt statt braun" statt, die sich inhaltlich mit den Verbrechen im Wincklerbad von 1945-1947 beschäftigte. Die Wahrheit blieb mal wieder auf der Strecke, interessant war der Besuch für regionale freie Kräfte dennoch.

Das unter Schirmherrschaft des DGB stehende und in den Händen der jüdischen Gemeinde liegende Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt statt braun" hatte alle interessierten Bürger geladen, mit Ausnahme der "Rechten". Schließlich entspricht es dem guten demokratischen Ton, mit kriminellen linken Krawalltouristen zu paktieren, da man von denen keine kritischen Äußerungen zu befürchten hat, aber jene auszuschließen, die das Thema überhaupt erst angemessen öffentlich angeschoben haben.

Da wir aber einer solchen Aufforderung nicht nachkommen können, weil es unsere Pflicht und unser Recht ist, überall dort zu sein wo Presse, System und / oder Rotfaschisten ihre Lügen und Geschichtsfälschungen unterhalten, waren selbstverständlich auch wir mit von der Partie an jenem Abend in Bad Nenndorf.

Es waren ca. 100 Zuhörer, gestellt von Antirechtsinitiativen und einigen Bad Nenndorfern, vor Ort. Als Referent fungierte Guido Scholl, der einige der bis jetzt bekannten Tatsachen zusammenfasste und aus seiner Sicht darstellte. Selbstverständlich war auch die Behörde für Staatssicherheit - sprich der hiesige Staatsschutz - vor Ort, um Nationalisten daran zu hindern, ihren Teil zur Wahrheitsfindung beizutragen und späteren Repressionen und Schikanen auszusetzen. Was allerdings mal wieder nicht fruchtete.

Guido Scholl räumte in seinem Vortrag teilweise die von uns bereits mehrfach erläuterten Folterungen des britischen Geheimdienstes ein. Nach Wortmeldungen von Besuchern, darunter Zeitzeugen, die das Leid miterlebten, räumte Scholl weitere Greueltaten der Briten im Wincklerbad ein.

Scholl berichtete von Einzelhaft und auch Dunkelhaft, von Schlafentzug und Nahrungsmangel für die Gefangenen sowie davon, dass die Inhaftierten in Ketten gelegt wurden, ihnen keine geregelten Ruhephasen zugestanden wurden und sie mit unzureichender und unbequemer Kleidung ausgestattet waren. Die Misshandelten waren gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Sie hatten oft keinen Strom und nie beheizte Zellen. Ebenso kein warmes Wasser. Dafür wurden die Inhaftierten oft eiskalt abgeduscht. Mehrere der gequälten Häftlinge mussten in knöchelhohem Eiswasser stehen bis ihnen die Zehen abfroren. Andere wurden verbrüht, mit Zigaretten verbrannt und einige zum Teil unter Einsatz von Waffen zu Krüppeln geschlagen. Es wurde gedroht, auch die Angehörigen einzukerkern und zu foltern. Scheintodesurteile wurden ausgesprochen.

Anschließend führte Scholl aus, dass es im besetzten Deutschland mehrere Internierungslager gab mit insgesamt schätzungsweise 300.000 bis 500.000 inhaftierten Deutschen. Auf Nachfrage eines durchaus kritischen Anwesenden gab der Herr Journalist dann zu, daß es bei dieser Menge an Eingekerkerten auch Unschuldige gab. Das bliebe dabei nicht aus. Aber er stellte für sich ganz klar heraus, dass Bad Nenndorf kein Internierungslager, sondern eben das einzige (...) sogenannte "Verhörlager" im britischen Bereich war. Und dass eben in allen anderen Lagern auch nicht gefoltert wurde. Diese Ehre wurde eben nur den in Bad Nenndorf internierten 400 vermeintlichen Nationalsozialisten zu teil.

Danach stellten der Referent und einige der Organisatoren der Veranstaltung klar, das es zwischen 1945-1947 eben andere Zeiten waren. Es wäre ja Krieg gewesen (1947 ??) und das wäre ja wohl, ebenso wie alle Toten dieses Krieges, Deutschlands alleinige Schuld. Und was sind dagegen schon ein paar unschuldig Inhaftierte und zur "Entnazifizierung" misshandelte Deutsche? Die Deutschen hätten abscheuliche Verbrechen begangen, sie haben laut Scholl "Tod und Verderben gebracht", die Alliierten hingegen die Freiheit. Und dass es einigen Deutschen "heimgezahlt" wurde, wäre da nur zu gut zu verstehen.

Wenigstens hatte Referent Scholl danach großherzig erklärt, dass Folter und Krieg an sich natürlich absolut zu verteufeln seien und für ihn keine zu akzeptierenden politischen Mittel darstellen würden. Aber es wurde auch wieder einmal betont, dass wir doch alle unheimlich dankbar für die Demokratie der Alliierten sein müssen. Für all die tollen Grundrechte in der BRD, wie z.B. Meinungsfreiheit. Für die großartige Einigkeit und Brüderlichkeit, die uns der große Bruder lehrte. Und nach all dem Verneigen und Kriechen vor den Besatzern und ihrer Nachkriegsordnung war sich gut die Hälfte der Zuschauer einig darüber, dass man den braunen Spuk in Bad Nenndorf schnellstmöglich beenden müsse. Allerdings waren sie sich auch schon vorher darüber einig. Schließlich gehe es uns, den nationalen Sozialisten, hier angeblich nicht um das Gedenken an die Opfer von Folter im Namen der Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit, sondern lediglich um einen Propagandaschachzug.

Zum Ende der Veranstaltung regten sich einige Besucher über den Grundtenor der Veranstaltung auf. Natürlich nicht darüber, dass man versuchte, unmenschliche Greueltaten zu relativieren und zu entschuldigen. Nein, sondern darüber, dass man es wagte, Folterungen zuzugeben. Dass man nicht alles dementierte, was diese bösen Nazis auf ihren Trauermärschen, Kundgebungen und Mahnwachen behaupten. Allein das zeigt auf, wessen Geistes Kinder hier zumindest zur Hälfte teilnahmen. Bei diesen Ausführungen wird klar, warum gerade wir von solchen Veranstaltungen ausgeschlossen werden sollen. Denn dieser, angeblich auf aktuellsten Erkenntnissen beruhende, Vortrag wirft doch so einige Fragen auf:

Warum werden weiterhin all die Toten des Wincklerbades verschwiegen?

Warum wird behauptet, es wären "nur" vermeintliche Nationalsozialisten interniert, wo doch sogar der englische "Guardian" von Wirtschaftshäftlingen berichtete?

Weshalb werden nicht alle bekannten und bestätigten Foltermethoden aufgezeigt?

Warum sind deutsche Opfer weniger wert als andere?

Warum werden überall Mahn- und Denkmale für Opfer allermöglichen Volks- und Minderheitenangehörigen errichtet, aber nicht für die eigenen vor, während und nach dem Kriege gezielt gequälten und / oder getöteten deutschen Zivilisten ?

Warum wird nicht erzählt, auf welche Weise die Besatzer das Wincklerbad und das dazugehörige Umland "requirierten"?

Weshalb werden weitere Täter nicht benannt?

Warum werden weitere folternden Gruppen und Organisationen verschwiegen?

Warum werden bewiesene Aussagen dazu als "Halbwahrheiten" angezweifelt?

Warum wird den Toten und anderen Opfern oder ihren Angehörigen und Hinterbliebenen nicht endlich Gerechtigkeit zuteil? ...

Diese Liste liesse sich noch viel weiter ausführen - und alle diese Fragen lassen sich auch beantworten. Wir sind diese Antworten nicht schuldig. Wir haben sie bereits gegeben bzw. angeführt. Und wir werden dies auch weiterhin tun. Und es läßt tief blicken, dass es von offizieller Seite eben nicht getan wird.

Unser Fazit: Auch diese Veranstaltung ist ein Erfolg unserer unerschütterlichen Arbeit. Selbstverständlich sind wir nicht zufrieden damit, daß auch hier wieder relativiert wurde, Tatsachen beschönigt oder verheimlicht wurden, Deutsche zu Opfern zweiter Klasse degradiert wurden. Auch die Beweihräucherung der "allheilsbringenden" Besatzer aus West und Ost sehen wir sehr viel differenzierter und kritischer. Allerdings steht außer Frage, dass diese Veranstaltung ohne unser Bestreben, die Lügen dieses Systems und der "Befreier" aufzudecken, niemals stattgefunden hätte. Bad Nenndorf, die "verbotene Stadt", wie sie damals in der britischen Besatzungszone genannt wurde, ist den Herrschenden, den Machtgebern und -stützern, ebenso wie den Antifaschisten und ihren Auswüchsen ein gewaltiger Dorn im Auge. Entgegen der Behauptung der Schaumburger Zeitung, es würde seit Jahren ein Ausschuss zur Vergangenheitsbewältigung des Wincklerbades bestehen, so sieht man sich erst seit unserem diesjährigen Trauermarsch gezwungen, sich tatsächlich mit der eigenen Vergangenheit zu beschäftigen und Deutsche nicht nur als Täter, sondern auch als Opfer, wenn auch zweiter Klasse, darzustellen.

Es ist die Zeit angebrochen, endlich aufzustehen. Endlich Schluss zu machen mit dem ewigen Gefasel von der humanen und gerechten "Befreiung". Deutsche wurden gefoltert. Deutsche wurden gemordet. Deutsche haben heute das Recht und die Pflicht, endlich die Wahrheit zu sagen und einzufordern. Durch unsere Arbeit mit der Bevölkerung haben wir erfahren, dass die meisten Bad Nenndorfer, gerade älteren Jahrgangs, von den Unmenschlichkeiten wussten. Sie schwiegen Jahrzehnte, da sie Angst hatten. Angst vor den "Befreiern". Angst davor, ihr demokratisches Grundrecht auf Meinungsfreiheit zu nutzen. Angst, eben genau dafür eingesperrt zu werden und wie so viele vor ihnen die Freiheit oder mehr zu verlieren.

WIR haben ihnen und vor allem den Opfern endlich eine Stimme und ein Gesicht gegeben. Und wir werden nicht Ruhen und nicht Verdrängen und auch nicht Vergessen!