Rhein/Main | Anwerbeversuch des Geheimdienstes bei einem langjährigen Aktivisten gescheitert

veröffentlicht am: 13.11.2008
Verfasser: frei

 

"Herr Wollendorf" lungerte vor dem Supermarkt herum


Rhein/Main, 11.11.2008. Es ist ein immer noch weit verbreiteter Irrtum, dass nur junge oder unerfahrene Aktivisten vom Geheimdienst "Verfassungsschutz" mit Anwerbeversuchen belästigt werden. Auch langjährige Aktivisten können sich plötzlich mit dieser Situation konfrontiert sehen. So auch ein Aktivist aus dem Rhein/Main-Gebiet vor zwei Tagen. Der aufmerksame Betroffene hat sogleich den nachfolgenden Bericht verfasst, damit die Wühlarbeit des Geheimdienstes nicht im Verborgenen bleibt:

Am Dienstag, dem 11. November, kam ich um ca. 11.30 Uhr vom Sport und ging danach noch kurz etwas einkaufen. Als ich vom Supermarkt zu meinem Auto zurücklief, kamen mir ein Mann und eine Frau mittleren Alters entgegen. Der Mann machte gleich einen freundlichen und herzlichen Eindruck, so als ob man sich schon länger kenne.

"Sie sind doch der Herr ****?", fragte der Herr dann gleich und streckte die Hand zur Begrüßung aus. Ich dachte erst an Journalisten und antwortete: "Ja, und wer sind Sie?"

"Meine Name ist Wollendorf (mit Sicherheit ein Deckname) und dies ist meine Kollegin (er deutete auf die Frau im Hintergrund), wir sind Mitarbeiter vom Landesamt für Verfassungsschutz."

Ich sagte ihm, dass er sich alles weitere Sparen könne und ging an ihm vorbei zu meinem PKW.

Das "Pärchen" folgte mir und der Mann sprach weiter, während ich meine Sachen im Auto verstaute. Die Frau postierte sich (zur Eigensicherung) schräg hinter dem Mann, etwa 2-4 Schritt entfernt.

"Wir wissen ja, dass Sie nicht mit uns zusammen arbeiten wollen, wir möchten doch nur mit Ihnen reden", sagte der Agent dann beschwichtigend.

Ich teilte ihm mit, dass sie Gesockse sind und dass man mit diesen eben nicht redet.

Er fuhr dann, nicht auf meine Aussage eingehend, fort: "Wir haben ja auch bemerkt, dass Sie sich etwas zurück gezogen haben, dafür gibt es doch Gründe."

Ich antwortete nur: "Adios" und stieg gemächlich in mein Auto ein.

Langsam wurde er ein wenig unfreundlicher und sagte dann: "Es ist doch besser wenn Sie mit uns reden, wie wenn Andere über Sie reden!"

Ich zog die Tür zu und fuhr dann los. Im Rückspiegel konnte ich dann beobachten wie die beiden langsam wegliefen und sich noch einige Male umblickten. Das Fahrzeug konnte ich leider nicht ausmachen. (Wäre aber auf Grund des großen Fuhrparks und Wechselkennzeichen auch unerheblich gewesen).

Ich fuhr dann ganz normal zurück zu meiner Wohnstätte.

Bericht Ende.

 

Personenbeschreibung:

Mann
(Herr Wollendorf)

ca. 40 Jahre alt
ca. 175cm groß
ca. 75 Kg
Haare 3-4 cm lang, Seiten etwas kürzer (Brünett)
Gediegene Kleidung
Etwas Solarium

Frau
(Deckname vergessen oder überhört)

40 Jahre alt
ca. 160-165cm groß
hoch geföhnte Kurzhaarfrisur
65 Kg
sich im Hintergrund haltend


Analyse:

Zu Beginn muss zumindest eine kurze Observation stattgefunden haben, da ich weder ein Mobilfunkgerät dabei hatte und auch nicht mit meinem Kfz unterwegs war. Insofern diese statt gefunden hat, habe ich Sie nicht bemerkt.

Das Abpassen an der Sportstätte soll suggerieren, dass Sie "Bescheid wissen" über die Zielperson, man soll verunsichert werden und sich fragen ob man ständig überwacht wird und was Sie alles wissen. Man soll überrumpelt werden, da man nicht erwartet an einem solchen Ort angesprochen zu werden.

"Wir wissen ja, dass Sie nicht mit uns zusammen arbeiten wollen, wir möchten doch nur mit Ihnen reden" - Dieser Satz soll eine "Vertrauensbasis" schaffen, man will ja gar nichts böses, sondern nur ein Schwätzchen halten. Eine psychologische List, um die natürliche Abwehrhaltung zu brechen.

"Wir haben ja auch bemerkt dass Sie sich etwas zurück gezogen haben, dafür gibt es doch Gründe." Soll heißen, dass Sie alles über einen wissen und man deshalb auch nichts verbergen braucht. Dient der Verunsicherung.

"Es ist doch besser wenn Sie mit uns reden, wie wenn Andere über Sie reden!" Soll dann in späterer Situation, wenn "die freundliche Tour" gescheitert ist, die Zielperson unter Druck setzen. Nach dem Motto: Dann reden andere und dich machen wir fertig.

Zusammenfassung:

Der Verfassungsschutz versucht mit einer Reihe von psychologischen Taschenspielertricks verschiedene Dinge vorzugaukeln, um Dich in eine Ecke zu drücken. Am Ende wollen Sie nur eines: Dass du deine Freunde, deine Kameraden, dein Volk und auch Dich selbst verrätst. Vorteile von einer Zusammenarbeit mit "den Diensten" hat noch keiner gehabt. Haben sie Dich "ausgesaugt" und Ihre Infos bekommen, wirst Du verbrannt. (Beispiele wie Tino Brandt, Wolfgang Frentz etc.) Es gibt nichts, was Du mit diesen Typen machen könntest, was Dir oder dem Widerstand nützt.

Deshalb: Abblocken, Gedächtnisprotokoll schreiben, öffentlich machen!

 

Infobroschüre mit weiteren Tipps & Infos:

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